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Ein Coven ist eine Gruppe von Wicca-Angehörigen
WICCA - WAS IST DAS ?

Wicca ist die Bezeichnung für jene Tradition, die im allgemeinen Sprachgebrauch als Hexenkunst oder Hexerei bezeichnet wird. Es wird allgemein angenommen, daß das Wort altenglischen Ursprungs ist, obwohl die tatsächliche Abstammung bisher nicht festgestellt werden konnte. Ziel des neugegründeten „Wicca-Coven der großen Mutter“ ist es, allen  jenen, die in sich das Bedürfnis fühlen ihr inneres Erleben mit anderen – gleichartig denkenden – Frauen und Männern zu teilen. Wicca – oder „die Hexenkunst“ – beinhaltet keine bindend vorgeschriebene Glaubenserklärung und kein Glaubensbekenntnis. Es kann nicht durch den Verstand begriffen werden, sondern nur durch inneres Empfinden. Bücher können Information liefern, doch die Essenz des Wicca und seine Schönheit kann nur durch das tatsächliche Erfahren und das Erleben der Rituale erkannt werden.

Traditionell wird Wicca als eine sehr erdverbundene Religion bezeichnet, die eine untrennbare Verbundenheit von Geist und Materie darstellt, jedoch keinen Anspruch auf Gleichstellung mit den großen Religionen fordert. Das religiöse Denken bezieht sich auf eine Wiedervereinigung mit den Lebenskräften der Natur und damit der Wertschätzung der alten - meist als "heidnisch" bezeichneten Religionen. So akzeptieren es die Anhänger des Wicca auch, manchmal als "Heiden" bezeichnet zu werden. Denn in ihrer naturverbundenen Spiritualität huldigen Hexen und Hexer den alten Göttern der vorchristlichen Zeit - ohne jedoch die religiösen Werte der Weltreligionen abzuleugnen. Wicca-Anhänger huldigen ganz besonders die Göttin der Erde und die dreifache Mondin, wie auch deren Gemahl, den Gehörnten Gott. Nicht bindend sind die Namen der Göttinnen und Götter, die ja unterschiedlichen Traditionen unterliegen. Ob die Göttin nun als "Hohe Frau", Grosse Mutter, Aradia, Cerridwen, Diana, Frigga oder Freya angesprochen wird und ob der Gehörnte Dionysos, Apollo, Wotan, Odhin oder Cerrunnos genannt wird, ist im Prinzip vollkommen unwichtig. Alle diese Namen verbergen in sich jene gewaltige Energie, die Leben möglich macht und Leben ist. 

Wicca lehrt die Wege, sich mit dem Göttlichen zu verbinden.

Das tiefe innere Bestreben jeder Hexe und jedes Hexers ist es, durch die Erweckung der Naturkräfte in sich selbst und in der ihn umgebenden Welt ein harmonisches Gleichgewicht der Energien zwischen sich selbst und der Erde und ihren Geschöpfen herzustellen und zu den Ursprüngen zurückzufinden. Daher ist ein ausgeprägtes ökologisches Bewußtsein und der Schutz des natürlichen Lebens auf der Erde den Wicca-Anhängern ein zwingendes Bedürfnis. Für sie ist die Erde heilig und es muß alles darangesetzt werden, diesen Planeten zu schützen. 

Wicca ist das Bestreben, die Naturkräfte zu wecken, sich mit ihnen ins Gleichgewicht zu bringen und den Ursprung zu suchen.

Einer der Grundgedanken des Wicca ist, daß die Götter der Natur die eigentliche Basis alles Lebens auf der Erde sind. Rituale und rituelle Handlungen dienen also dazu, mit dem Göttlichen in der Natur in Verbindung zu treten. Dazu muß es jedoch auch gelingen mit dem Göttlichen in sich selbst Verbindung aufzunehmen. Die Symbolik der Rituale ist der beste Weg dazu. In ihnen, für sie und durch sie wird die mystische Welt erarbeitet, die Hexe oder Hexer die Türen zu seiner Seele öffnet. Dieses Mysterium und diese Transzendenz zu erfahren setzt voraus, daß Wicca-Anhänger intensiv an ihrem Wissen und ihrer persönlichen Religiösität arbeiten müssen. Daher wird die spirituelle Entwicklung durch meditative Techniken und die Konzentration auf das Göttliche gefördert. Durch Anrufungen - die meist sehr alte Texte sind - kann ein Bewußtseinszustand erreicht werden, der von Eingeweihten als Hohe Magie bezeichnet wird. Diese wird zu den großen Mysterien gezählt - jenen unaussprechlichen Wahrheiten und Erfahrungen, die nur durch subjektive Handlungen zu erleben sind. Vor allem Mysterienreligionen wie z.B. der Sufismus im Islam, die Chassidimen im jüdischen Glauben und das Tantra im Hinduismus sind dem Wicca im europäischen Heidentum sehr ähnlich.

Wicca ist das Wissen um die alten Mythen, die Erinnerungen an die Zukunft und das Erkennen jener Dinge, die eine eigene spirituelle Dimension entwickeln.

Es steht jeder Hexe und jedem Hexer frei den traditionellen Weg in der Gruppe zu gehen oder alleine zu arbeiten. Doch selbst in der Gruppe die gemeinsam Feste und Rituale feiert soll jeder die Möglichkeit haben, seine eigene spirituelle Dimension zu entwickeln um aus ihr Kraft und Selbstbewußtsein zu erlangen. Der jeweilige Coven gibt nur eine Linie vor, entlang der sich der Einzelne entfalten kann. Denn mit der Hilfe des Coven - der am besten von einer voll ausgebildeten Hexe oder einem voll ausgebildeten Hexer geleitet wird - können Wicca-Anhänger den Weg in die "inneren Welten" des Unantastbaren, in die geheimen mystischen Bereiche der Göttinnen und Götter, der Energie und der Magie ruhig und sicher gehen. Vor allem die Magie des Wicca darf nicht als simple Spielerei oder Zauberei angesehen werden. Denn Hilfe bei Heilung, bei Alltagssorgen und Problemen setzt richtig ausgeführte und sehr kontrollierte Magie voraus. Die Mitglieder eines Covens erkennen sehr schnell ob sich ein Scharlatan oder Schauspieler in ihren Reihen befindet. Sie wissen, daß jede Magie den Aussender nicht nur verändern sondern auch schaden kann, ist sie nicht von positiver Energie gesteuert. Sie gehen davon aus, daß jede Magie mit dreifacher Gewalt zu ihrem Sender zurückkehrt, da sie aus dem bewußten Einsatz des Willens ohne direkte Manipulation der realen Welt entsteht.

Wicca ist die Kunst, ein praktisches, nützliches und heilbringendes Ziel mit magischem – also paranormalem – Wirken zu erreichen.

Wer sich als Hexe oder Hexer sieht oder fühlt, der sollte besonders darauf achten, sich nicht selbst abzuwerten. Aus irgendwelchen Büchern Zaubersprüche oder die Anleitung für praktischen Zauber zu nehmen und diese dann zu sprechen oder durchzuführen hat nichts mit echten Hexentum zu tun. Dazu kommt, daß Menschen. die so agieren, sich meist der Gefahr, der sie sich aussetzen gar nicht bewußt sind. Selbst wer mit den besten Anlagen und außerordentlichen Talenten geboren wurde kommt nicht umhin, zu lernen und sich an traditionellen Werten zu orientieren.

Wicca erwartet von Initiierten, dass sie sich mit der Vergangenheit und der Zukunft auseinandersetzen.

Aus allen diesen Gründen kann Wicca nicht mehr als ein Konglomerat von heidnischen Religionen aus der Vergangenheit bezeichnet werden, sondern muß als lebendig erhaltene Tradition anerkannt werden. Eine Tradition, die sich mit den heute hochaktuellen Gedankengängen sehr verbunden zeigt. Daher müssen auch Hexen und Hexer ihr phantasievolles Gewand ablegen und dürfen sich nicht als Außenstehende der Gesellschaft betrachten. Sie sind es, die aus tiefstem inneren Bedürfnis eine enge Verbindung mit der Natur und ihren Energien eingehen. Sie sind es, die durch das Abhalten von Jahreszeit- und Mondfesten die alten Traditionen aufrecht halten. Sie sind es, die durch Meditation, Konzentration und ehrliche Magie die Energien unseres Planeten stabil halten. Sie haben eine Verantwortung übernommen - freiwillig oder aus innerem Drang, die sie aus ehrlicher Überzeugung tragen. 

Wicca ist nicht daran interessiert als Bekehrungsreligiton angesehen zu werden und will auch niemand missionieren.

Die Wurzeln des Wicca sind sehr alt obwohl viel wertvolles Wissen verloren ging. Doch die Grundelemente blieben erhalten. Zentrum und Basis eines Covens sind die Rituale in Übereinstimmung mit den Jahreszeiten, den Mondphasen – aber auch persönliche Bedürfnisse. Der uralte Grundgedanke aller Rituale ist sehr einfach : Alles auf dieser Erde steht in Kontakt mit der Göttin, der „großen Mutter“. Doch auch alle anderen Göttinnen und Götter werden hoch geschätzt. Das Gleichgewicht zwischen Fröhlichkeit und Ehrfurcht ist immer vorhanden. Wie schon die frühen Kulturen sind auch die modernen Wicca-Anhänger davon überzeugt, dass singen, tanzen, essen, trinken, lernen und festliche Heiterkeit einen wichtiger Aspekt jeder Feierlichkeit bilden. Vor allem die Sabbats sind Feste dieser Art. Die Bezeichnung "Sabbat" wurde ins Hebräische und später ins Englische übersetzt. Sie hat ihren Ursprung in der babylonischen Sprache (= sha-bat = Herzensruhe) und bedeutet die Feiertage der Göttin Isthar.

31. Oktober: Winteranfang/Samhain: Die sogenannten "Jahreskreisfeste" beginnen mit Samhain. Dieses Fest galt bei den Kelten und anderen Hexentraditionen als letzter Tag des alten Jahres. In dieser Nacht sind die Grenzen zwischen den Welten der Lebenden und der Toten besonders dünn und Kontakte durchaus möglich.

21. Dezember: Julfest: Es ist die längste Nacht des Jahres. Die Sonne wird wiedergeboren, die Tage werden wieder länger. Die Göttin wurde Mutter und der neugeborene Sohn wird mit ihr geehrt.

1. Feber: Imbolc: Das Lichterfest - auch Brigid-Fest genannt. Der symbolische Weg zur spirituellen Wiedergeburt wird beschritten.

21. März: Frühlingstagundnachtgleiche: Tag und Nacht sind gleich lang. Die Natur erwacht im Frühling.

30. April: Walpurgisnacht/Beltane: Die jungfräuliche Göttin wird mit ihrem Geliebten, dem Gehörnten, verheiratet. Die magische Kraft dieser Nacht ist elementar. Fruchtbarkeit wird erbeten.

21. Juni: Sommersonnenwende/Mittsommer: Der längste Tag des Jahres. Die Göttin und der Gott sind auf dem Höhepunkt ihrer Kraft. Die Erde strotzt vor Lebenskraft und Überfluß.

31. Juli: Erntedankfest/Lammas: Das erste Korn wurde geerntet,  zu Brot verarbeitet und in ritueller Andacht gegessen.

21. September: Herbsttagsundnachtgleiche: Tag und Nacht sind wieder gleich lang. Dank an die Göttin für die gute Ernte.

Esbats: Zum Vollmond wird der Esbat - das Mondfest - gefeiert. Hier zeigt sich die Mysterienreligion besonders deutlich. Die Modin - wird sie nun Artemis oder anders genannt - wird um ihre Kraft und Energie gebeten.

Zur Unterstützung ihrer Konzentration und der magischen Arbeit verwenden Hexe und Hexer verschiedene Utensilien. Sie nutzen diese rituellen Geräte um eine Atmosphäre aufzubauen, die sie in jene Konzentration führt welche für die Arbeit im magischen Kreis nötig ist. Alle diese Utensilien sind Symbole für bestimmte Elemente oder Eigenschaften.

Das Pentakel steht für das Element Erde - eine aus speziellem Material angefertigte Scheibe symbolisiert Stabilität, materiellen Wohlstand, praktisch-reale Angelegenheiten. Ist kein Pentakel vorhanden kann es durch Salz und Erde ersetzt werden.

 Das Weihrauchgefäß, die Glocke oder das Schwert stehen für das Element Luft - Sie symbolisieren Kommunikation, Scharfsinn und Verständnis.

Die Feuerschale, die Kerze oder der Stab stehen für das Element Feuer .- Sie symbolisieren Vitalität, Änderung und Energie.

Der Wasserkelch oder die Schale stehen für das Element Wasser - Sie symbolisieren Reinigung, Wiederbelebung und Liebe.

Der Kessel oder die Opferschale - symbolisieren die Göttin und die von ihr beherrschte Schöpfung.

Der Besen - symbolisiert die Reinigung der geweihten Stätte.

Die gegabelte Stange oder der Stab - symbolisiert den Gehörnten.

Die grundsätzliche Aussage des Wicca lässt sich in kurzen Worten zusammenfassen: „Erweise allem Lebenden deinen Respekt. Achte  jedes lebende Wesen und ehre die Toten. Versuche die Natur und ihre Geheimnisse zu verstehen. Lerne und nutze dein Wissen, doch schade niemand!“

 

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