|
Die Frage nach der Identität der eigenen Seelenpersönlichkeit
bewegt fast jeden denkenden Menschen. Mehr und mehr wird in der heutigen Zeit
nach dem Lebenssinn und den tieferliegenden Werten gesucht. Die Desorientierung
unseres Zeitalters wird erkannt und die Suche nach der inneren Freiheit und
einer stabilen Weltordnung beginnt. Dennoch liegt die Antwort auf die aus dieser
Situation resultierenden Fragen für uns nicht in kulturfremden Denkmodellen.
Das Wiedererwachen der abendländischen Mystik, ihrer Mythen und das
Wiedererkennen ihrer unschätzbaren Werte ist nur eine logische Folgerung des
tieferen Verstehens der europäischen Identität.
Für viele endet dieses Erkennen bei den Quellen der antiken Mystik der Ägypter,
Essener usw; bei den klassischen Philosophen wie Platon und Aristoteles; beim
nordischen Sybillentum und beim ursprünglichen Christentum. Manche aber tragen in sich einen Tropfen "Alten Blutes". Und dieser
winzige Tropfen läßt sie mit den üblichen Erkenntnissen nicht zufrieden sein.
Er treibt sie weiter auf der Suche nach der wahren Entstehung der europäischen
Mystik. Dieses Suchen nach den längst vergangenen Werten ist mühsam. Es ist
ein "sich vortasten" in Epochen, aus denen es keine schriftlichen oder
bildlichen Zeugnisse gibt. Überlieferungen, an die man sich halten könnte,
sind nur in rein erzählerischer Form vorhanden. Im Laufe der Jahrtausende
wurden solche Berichte aber immer unvollständiger. Teile wurden vergessen oder
verändert und oft wurden die Texte auch der jeweiligen Zeit angepaßt. Jedes
Zeitalter schlug tiefe Wunden in den so kostbaren, komplexen Körper des
"Alten Wissens". Die Reste, die uns verblieben sind, sind Fragmente
einer unvorstellbar umfassenden Information. Sie müssen wieder ergänzt und zu
einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt werden.
Das verlangt nicht nur enorme Detailgenauigkeit, sondern auch Einfühlungsvermögen
und Phantasie. Aber auch die wissenschaftlichen Grundwerte, die auf viele Funde
und Erkenntnisse beruhen, dürfen nicht ignoriert werden. Gerade die
verschiedenen Wissenschaften geben uns die Möglichkeit, etwas
"Nichtwissenschaftliches" oder besser - etwas, das die heutige
Wissenschaft noch nicht anerkennt - zu erarbeiten.
Wir sollten uns aber auch nicht schämen zuzugeben,
daß der Weg, den der asiatische Kulturbereich anbietet, wesentlich leichter zu
gehen ist. Denn hier ist schon alles vorbereitet. Die östliche
Lebensphilosophie hat die "Alten Werte" durch ihr traditionelles
Denken besser erhalten und kann sie nun dem Interessierten in leicht verständlicher
Literatur angenehm näherbringen. Doch die Schwierigkeiten, die sich demjenigen
entgegenstellen, der nach den unserem Kulturkreis entsprechenden Fundamenten
sucht, sind gewaltig. Eine vollkommen falsche Interpretation des urchristlichen
Gedankens hat von Anbeginn unserer Zeitrechnung alles weggefegt, was nicht
integriert werden konnte. Nur da und dort entgingen Bruchstücke diesem
vernichtenden Inferno. Im Geheimen wurden sie wachgehalten, gehegt und gepflegt.
Heute denken wir anders darüber. Heute dürfen wir - ohne vom
"Hexenhammer" erschlagen zu werden – über mythische und mystische
Themen nachdenken und darüber sprechen. Wir dürfen die Wanderungen der
indogermanischen, der arischen Völker nachvollziehen und uns fragen wo und wie
alles angefangen hat. Wurde Wissen von Osten nach Westen oder von Westen nach
Osten verbreitet? Von Norden nach Süden oder umgekehrt? Wo war der Anfang des
Wissens, aus dem sich die Kulturen entwickelt haben? Hat sich das Wissen auf der
Erde entwickelt? Und wenn ja - hat es sich nur auf der Erde entwickelt? Ist ein
Anfang der berechtigten Fragen zu erkennen und ein Ende abzusehen?
Fragen, deren Beantwortung trotz all unserer wissenschaftlichen Erkenntnisse
noch so ferne ist, als würden wir sie das erste Mal stellen. Und doch ist es
gerade die Wissenschaft, die uns - zwar unendlich langsam aber doch - Schritt für
Schritt an ein mögliches Erkennen heranführt.
Ehe aber nun diese wissenschaftlichen Erklärungsmöglichkeiten
angesprochen werden soll ein Auszug aus den sogenannten MYSTERIEN DER GROSSEN GÖTTIN
auf das Thema einstimmen.
Dieses Mysterium behandelt die Urgeschichte der Welt aus einem selten
vorgestellten Blickwinkel. Es ist an dem blumenreichen Text sehr leicht zu
erkennen, daß es sich um die Übersetzung einer uralten Schrift - oder besser:
einer wahrscheinlich im Urzustand als Bilderschrift entstandenen Aufzeichnung
- handelt, die im Laufe der Jahrtausende dann in verschiedene Sprachen übersetzt
wurde.
Der nachfolgende Text ist die Übersetzung
einer handschriftlichen Aufzeichnung im "Tifanagh". Das ist die
alte Schriftsprache der Tuareg, die schon fast in Vergessenheit geraten ist. Die
Tuareg sprechen heute das "Temajegh", eine Abart der arabischen
Sprache. Der Text wurde vor vielen Jahren englisch übersetzt und dann deutsch
überarbeitet.
"Plötzlich wußte Mor-Akris, daß sie die Wahrheit geahnt hatte. In der
Dunkelheit ihres Unterbewußtseins zeichnete sich ein zarter Schimmer des
Erkennens ab. Obwohl jeder Gedanke daran, jeder Versuch sich zu konzentrieren,
an ihren Kräften zehrte, kämpfte sie sich in die Tiefen ihrer Erinnerungen
vor. Sie konnte sich nicht mehr mit der gewohnten Sicherheit auf die so oft geübte
Geistessuche verlassen. Sie war zu müde. Ihre Lider waren schwer und es kostete
viel Kraft, sie zu öffnen und einen Blick in die laue, klare Nacht zu tun. Mühsam
hob sie den Kopf und sah hinauf zu dem dunklen, von Sternen glitzernden Himmel.
Über den Baumwipfeln, die sich sanft im Winde wiegten, lag ein Schimmer
silbrigen Lichtes. Dort hob sich die Scheibe des Erdtrabanten in den dunklen
Nachthimmel. Mor-Akris sehnte den Augenblick herbei, in dem das milde Licht über
sie hinfluten würde. Dann endlich konnte sie die nötigen Energien aufbauen.
Sie stemmte sich etwas hoch und rückte näher an den marmornen Sockel der
goldenen Götterstatue. Der glatte Stein fühlte sich kühl an. In ihren Ohren
klang das leise Singen der Wasserfontänen, die sprudelnd die Steinstufen der
Brunnen hinunterliefen. Es war warm und Mor-Akris genoß die Kühle des Steines
in ihrem Rücken. Der Wind, der zeitweise auffrischte, trieb Schleier von zarten
Wassertropfen über sie hinweg.
Dann war es soweit. Obwohl sie die Augen wieder geschlossen hatte sah sie mit
dem verborgenen Auge, wie sich die milchige Scheibe des Mondes über die
Baumwipfel hob. Sie atmete tief ein, entspannte sich und öffnete sich den
Energien des Lichtes. Mit einer gleitenden Bewegung richtete sie sich auf und
bot sich dem Mondlicht an. Wie ein Kegel aus Silber stand die gewaltige Kraft
schimmernder Energie über ihr und es vollzog sich die Verwandlung. Anmutig hob sie den schlanken Hals und genoß das Gefühl der Freiheit, als ihr
das rotgoldene Haar über die Schultern fiel. Wie vom Mondlicht aufgesogen
erloschen die Konturen des großen, geschmeidigen Katzenkörpers. Sie
verschwammen und glitten ineinander. Dann stabilisierten sich die wogenden Schleier schimmernder Energie. Stille lag über dem Tempelgarten
als sich der neue – und doch so vertraute - Körper manifestierte.
Langsam hob sie die Arme und bot die Handflächen der den Nachthimmel
beherrschenden Lichtscheibe an. Ein zufälliger Beobachter hätte nicht daran
gezweifelt, daß er der Göttin gegenüberstand. Als wäre sie ein Ebenbild der
gewaltigen Statue im Zentrumstempel, so stand die Botin des Alten Systems im der
Stille des Gartens. Sie regte sich nicht. Immer noch umhüllte sie das
Mondlicht. Sie sog es auf, fühlte ihre Kraft stärker werden und öffnete die
Augen. Große, klare, grüne Augen. Furchtlos blickte sie dem Gestirn, dessen
Energien sie in sich aufnahm, entgegen.
Mor-Akris war wieder zu dem geworden, was sie in ihrer ureigentlichen Form war.
Sie hatte die Gestalt angenommen, die ihr zustand. Die Zeit des Verbergens war
vorbei und sie war bereit sich der Aufgabe zu stellen, die sie auszuführen
hatte. Was immer das auch war. Bald würde sie in ihrer Erinnerung den Auftrag
finden und sich ihm so unterwerfen, wie es geschehen mußte. Sie und die
wenigen, die noch wahrhaft aus dem Alten System stammten, hatten keine Wahl. Und
hätten sie die Wahl gehabt - sie würden
sich nicht anders entscheiden.
Als die silberne Scheibe des Mondes ihren Weg fortsetzte und sich hinter den
schroffen Berggipfeln in der Ferne verbarg, senkte Mor-Akris die Arme und wandte
sich um. Langsam ging sie die in den Fels gehauenen Stufen zum Tempel hinauf.
Mit einer leichten, nur angedeuteten Handbewegung schob sie das schwere
eisenbeschlagene Tor zur Tempelhalle auf. Es kostete sie nicht die geringste
Anstrengung. Sie lächelte. All die Jahre hatten sie nicht vergessen lassen wie
es war, Mühseliges mit Energie in Leichtes zu verwandeln.
Anmutig eilte sie die steile Treppe hinauf, die sie als Tempelkatze so oft
spielerisch überwunden hatte. Aus den Augenwinkeln blickte sie mit leichter
Verachtung auf die goldene Statue des Gottes. Stolz wallte in ihr hoch. Was er
nicht geschafft hatte war ihr gelungen. Wenn sie je daran gezweifelt hatte ob
sie dazu berufen war, das zu tun, was dem Knaben nicht gelungen war und wo der
Krieger versagt hatte - sie hatte nun die Antwort erhalten. Sie lebte - und er
war noch immer regloses, goldenes Gestein. Ihr war die Umwandlung gelungen. Er
war nicht dazu ausersehen gewesen.
Als sie in die kleine Kammer trat in der die Priester Obst und Kräuter für die
Opferungen aufbewahrten, sah sie sich plötzlich einem Tempeldiener gegenüber.
Geblendet von ihrer leuchtenden Erscheinung sank der Mann auf die Knie. Einen
Augenblick zögerte Mor-Akris. Dann erkannte sie, daß der Mann sie für eine
Erscheinung der Göttin hielt. Mit den Fingerspitzen strich sie zart und
beruhigend über die ihr dargebotenen Handflächen. Er würde vergessen, was er
gesehen hatte. Noch war es nicht an der Zeit, sich zu zeigen.
Eilig betrat sie die nächste Kammer. Ordentlich
aufgereiht hingen die weißen Gewänder der Priesterinnen. Rasch hüllte sich
Mor-Akris in eines der seidenen Kleider. Sie verzichtete darauf, den Schleier über
ihr Haar zu legen. Ohne den noch immer Knienden zu beachten verließ sie den
Tempel des Stadtgottes, der von seinen Anhängern POSE-DON genannt
wurde.
Niemand kreuzte ihren Weg als sie wie ein weißer
Schatten durch den Tempelbezirk huschte. Da und dort spürte sie die
Ausstrahlung der versteckten Energiequellen. Doch sie eilte weiter ohne darauf
zu achten. Dann sah sie die silbrigen Konturen des alten Tempels der Großen Göttin
zwischen den Bäumen schimmern. Es war ihr, als hätte sie nach einer langen
Wanderung nach Hause gefunden. Ihr Atem flog und sie fühlte ihr Herz in raschen
Schlägen pochen. Ihr Geist war weit und frei. Sie wußte was sie sehen würde,
wenn sie der Großen Göttin gegenübertrat.
Diese "Erzählung" führt weit in die
Vergangenheit zurück. In die Bereiche einer kosmischen Welt, die sich der in
ihr pulsierenden Energien voll bewußt war und deren Bewohner mit diesen
Energien auch umgehen konnten. Sehr klar wird die Erkenntnis ausgedrückt, daß
Materie komprimierte Energie ist und sich wieder in Energie zurückwandeln kann.
Es wird auch aufgezeigt, daß Energie jede Form der Materie annehmen kann.
Einiges von dem Wissen um die Energie ist uns Menschen in der Theorie auch nicht
fremd. In der Praxis beherrschen wir die Energieumwandlung jedoch nicht. Noch
nicht - oder nicht mehr. Denn vieles, das uns die Überlieferung berichtet,
scheint von Energieumwandlung zu sprechen. Daher wirft sich die Frage auf, ob es
einmal Menschen gab, die ihre Körperform durch Energiewandlung verändern
konnten. Wenn es sie gegeben hat, dann könnten ihre späten Nachfahren möglicher
Weise noch Ansätze dieses verlorenen Könnens in sich tragen. Das könnte
vielleicht auf Hexen, Magier usw. zugetroffen haben, die auf Grund ihres Könnens
ihren Mitmenschen unheimlich waren und daher verfolgt wurden.
Um diese Möglichkeit zu ergründen müssen wir uns zuerst mit den
Grundbegriffen auseinandersetzen, die uns den Weg in die mysteriösen Bereiche
der Überlieferung zeigen.
Zuerst einmal das Wort MYTHOS. Es kommt aus dem griechischen Sprachbereich und
bedeutet "Erzählung", oder auch "das gesprochene Wort“. Mit
MYTHOS wird eine "geglaubte Erzählung" aus der Vorzeit bezeichnet.
Gegenstand von MYTHEN sind Kosmologien, Taten verschiedener Vorzeitwesen,
Berichte über Heilsbringer und die Vorstellung vom Entstehen, Handeln und Leben
der Götter und Menschen. Ein MYTHOS wird in Riten und Kulten wiederholt und
kann dadurch zur wichtigen sozialen Funktion werden. Erzählungen von der
"Endzeit der Welt" (d.i. die Eschatologie) sind ebenfalls unter MYTHEN
einzuordnen. Bezeichnend ist, daß die Ethnographie
(= Völkerkunde) k e i n e
Kultur ohne MYTHEN kennt. Sagen, Märchen und Legenden unterscheiden sich
prinzipiell von MYTHEN.
Die wissenschaftliche Mythendeutung versucht, den MYTHOS als
vorwissenschaftliche Interpretation der Welt, als poetische Leistung, als
gemeinschaftsstabilisierendes Element oder - so die Tiefenpsychologie - als eine
Projektion oder eine Vergegenständlichung psychischer Gegebenheiten zu
begreifen. Für die Parapsychologie ist der MYTHOS wichtig. In der Vorzeit (= mythische
Zeit) war die Qualität der Zeit anders als heute. Das "Übernatürliche"
war "natürlich". So stellt sich für die Parapsychologie die Frage,
ob es heute durch MYTHEN zu einem Hereinbrechen der "anderen Zeit"
kommen kann.
Das sehr ähnliche Wort MYSTIK hat mit MYTHOS nur
wenig zu tun. Es kommt zwar ebenfalls aus dem griechischen Sprachbereich,
bedeutet aber "Mund oder Augen schließen". Der MYSTIK zugeordnet
werden Geheimlehren und Okkultismus. Parapsychologisch gesehen ist die MYSTIK
eine Erkenntnisform, die an keine bestimmte Religion gebunden ist. Sie ist der
Versuch, der Gottheit oder dem Absoluten jenseits der Ratio in innerer Erfahrung
zu begegnen. Das Ergebnis kann die von Thomas von Aquin als "cognitio dei
experimentalis" = die "experimentale Erfahrung Gottes" sein. Z.B.
bei Yoga, Ekstase oder Kontemplation. Parapsychische Manifestationen können in
der MYSTIK auftreten. Sie werden aber religionspsychologisch und theologisch nur
sehr selten anerkannt.
Weitere Hintergrundinformationen bieten PHYSIK und MATHEMATIK. Sie zeigen einen
Weg zur sogenannten "Urerinnerung", in der sich jene Geheimnisse
verbergen, zu denen wir Zugang suchen. Die Physik z.B. weist nach, daß es heute
schon problemlos ist, ein Atom in wesentlich kleinere Teilchen zu spalten. Sie
kann also ein Objekt bis zu seinem Ursprung zurückverfolgen. Anders ausgedrückt
- sie kann den Weg des Bestehens zurück bis zum Anfang verfolgen. Dieser Anfang
ist das "Nichts", die endlose Leere, die als "schwarze
Strahlung" bezeichnet wird. Aus dieser "schwarzen Strahlung", diesem "Nichts" entstand
das erste Teilchenpaar. Es bestand aus dem Elektron - ein elektrisch negativ
geladenes Elementarteilchen mit physikalischen Eigenschaften, die mit dem an
seinem Standort bestehenden elektromagnetischen Feld in Wechselwirkung treten.
Und dem Positron - ein Elementarteilchen gleicher Masse und Ladung wie das
Elektron, jedoch mit positiven Vorzeichen.
Das erste Elektron pulsierte - ebenso wie jedes heute existierende Elektron - in
dem unvorstellbaren Rhythmus von "10 hoch 23" Dehnungen und
Zusammenziehungen pro Sekunde. Diese enorme Bewegungsschnelligkeit führt zu
extrem hohen Temperaturen. Es entwickeln sich so einige hundert Millionen Grad Wärme
in einem Elektron. Die dabei entstehende Strahlung ist die schon angesprochene
"Schwarze Strahlung".
Es ist bekannt, daß 75 % der Materie aus Wasserstoff besteht. Da es ohne das
Elektron keinen Wasserstoff gibt ist klar, daß das Elektron
v o r dem Wasserstoff
existierte. Wasserstoff aber ist die Voraussetzung für jedes uns bekanntes
Leben. Das wiederum bedeutet, daß tatsächlich das Elektron an der Entstehung
des ersten Teilchenpaares beteiligt war. Als Grundlage des Wasserstoffes und
damit als Grundlage jeder Art von uns bekannter Materie ist es auch die
Grundlage der Existenz jedes menschlichen Wesens. Die Basis jeder Muskelfaser,
jedes Knochensplitters und jedes Gehirnteilchens ist das seit dem Uranfang
existierende Elektron.
Der franz. Mathematiker und Physiker Jean E. Charon veröffentlichte 1977 ein
brisantes Werk. Er bewies mathematisch, daß das Elektron ähnliche
Eigenschaften besitzt wie ein "schwarzes Loch". Die Entstehung eines
solchen "schwarzen Loches" hat der Astrophysiker Reinhard Breuer sehr
klar zusammengefaßt.
"Ein Stern wird zu einem "schwarzen
Loch", wenn er durch Kontraktion so extrem schwer geworden ist, daß kein
Teilchen - nicht einmal mehr Licht - seine Oberfläche verlassen kann. Diese
Kontraktion, die zur Geburt eines "schwarzen Loches" führt, geschieht
blitzschnell, im Bruchteil von Sekunden. Dieses Geschehen wird als
"Gravitationskollaps" bezeichnet."
Wir verdanken die Möglichkeit, diese Geburtsstunde
eines "schwarzen Loches" zu bestimmen, der Forschung des Astronomen
Karl Schwarzschild. Nach ihm wird der Grenzwert, auf den ein Stern zusammengepreßt
werden muß, ab dem der Raum sich um ihn schließt,“ Schwarzschild-Radius“
genannt.
Zum leichteren Verständnis dieses Vorganges kann man sich das "schwarze
Loch" als eine Luftblase im Wasser vorstellen. Es ist wie eine Blase im
Raum. Nichts von dem das es enthält kann wieder entweichen. Auch keine
Lichtquanten. Daher ist es "unsichtbar". Sein Vorhandensein ist nur
durch die Raumkrümmung, die trichterförmig auf den Raum um das "schwarze
Loch" zuläuft, zu erkennen.
Schwer vorzustellen, aber doch wissenschaftlich nachgewiesen ist die Tatsache,
daß sich in einem "schwarzen Loch" total andere physikalische Gesetze
entwickeln, als in unserem Lebensraum. Es existiert dort eine andere Dimension.
Die Zeit läuft verkehrt ab. Raum ist zeitlich, Zeit ist räumlich. Es zeigt
sich "abnehmende Entropie". (Die Entropie in unserer Dimension ist
wachsend.) Die Physik bezeichnet jenen Teil der Wärmemenge, der bei
Energieumsetzung nicht mehr in mechanische Arbeit umgesetzt werden kann als
Entropie. (Bei dieser Aussage handelt es sich um den zweiten Lehrsatz der
Thermodynamik.) Die Ordnung innerhalb eines geschlossenen Systems ist das
Gleichgewicht der Unordnung. Dieses wird "maximale Entropie" genannt.
In einem "Schwarzen Loch" läuft die Zeit nicht nur verkehrt sondern
auch zyklisch ab. Das bedeutet, daß alle bereits vergangenen Zustände immer
wiederkehren. Jede Information kehrt an ihren Ausgangspunkt zurück. Es geht
also nichts verloren.
1963/64 bewies der Nobelpreisträger Richard Phillips Feyman, daß der Raum im
Elektron nicht leer ist. In ihm sind Neutrinos und "schwarze
Strahlung". Das Elektron verhält sich ebenso wie die bereits angesprochene
Wasserblase. Es krümmt bzw. deformiert den umgebenden Raum. Doch es kann mehr
als das "schwarze Loch". Denn es kann aus seinem in sich geschlossenen
Raum mit anderen Elektronen Verbindung aufnehmen.
Es ist bekannt, daß sich aufeinander zurasende Elektronen abstoßen. Ebenso ist
bekannt, daß "schwarze Photonen" - das sind masselose Lichtquanten
auf sehr kurzer Wellenlänge - ihre Geschwindigkeit mit den schwarzen Photonen
anderer Elektronen austauschen. Dieser Vorgang geht im Elektron bei abnehmender
Entropie, also bei zunehmender Ordnung, vor sich. Wenn Elektronen ihre schwarzen
Photonen austauschen, dann nehmen sie jene Informationen in sich auf die von den
Photonen transportiert werden. Das heißt: der Informationsstand des Elektrons
wird immer größer. Es kann "nichts vergessen" und bezieht immer neue
Informationen. Das Elektron, das also v
o r der Lebensbasis Wasserstoff
existierte, hat von Urbeginn an Informationen erhalten und konnte nichts
vergessen. Es trägt daher in sich die Urerinnerung.
Zusammen mit dem Proton erfüllt das Elektron die universalen Räume. Es ist ein
Bestandteil jeder Lebensform, jedes Steines, jeder Pflanze, jeder Sonne, jedes
Menschen und daher auch jedes Gehirnes. Es ist - bedingt durch seine spezielle
Existenzform - unsterblich. Daher ist das in ihm bewahrte und ständig ergänzte
Wissen ebenfalls unsterblich. Das Elektron gibt in einem ewigen Kreislauf das
angesammelte Wissen an seine jeweilige Kompaktform weiter. Es lernt durch deren
Existenz wiederum und speichert jede ihm erreichbare Information.
Jean Charon drückt das folgendermaßen aus: "Jede
Materie, die am Aufbau einer lebenden oder denkenden Struktur beteiligt war und
während der relativ kurzen Lebenszeit dieser Struktur deren Bewußtseinskapazitäten
besaß, kann nach dem Absterben der Struktur nicht einfach zu ihrer ursprünglichen
Minimalspähre zurückkehren. Die einmal erworbene Information, das einmal
erworbene Bewußtsein, kann nie wieder verloren gehen. Nichts kann nach dem Tod
einer Struktur eine Rückentwicklung des Elementarteilchen-Bewußtseins
bewirken."
Das heißt also: Das Urwissen plus dem jeweiligen Informationsquantum ist in
jedem Elektron. Jeder Körper ist eine Struktur aus Elektronen. Diese spulen in
jeder lebenden Existenzform ihre gesammelten Informationen ab. Daraus folgert,
daß Elektronen mit durch Informationen spezifizierter Wissenskapazität - wenn
sie sich in einem lebenden Gehirn befinden - es diesem ermöglichen, sich auch
an längst vergangene Geschehnisse, die der Trägerkörper nicht erleben konnte,
erinnern.
Mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis haben wir
einige Stufen auf der Leiter zur Klärung unserer Fragen erklommen. Es kann zwar
die Frage nach dem Anfang noch immer nicht beantwortet werden. Doch es ist die
vage Möglichkeit zu erahnen, dass
der Mensch irgendwann einmal fähig sein wird in der Urerinnerung der Elektronen
zu lesen. Erlaubt ist auch die Spekulation, ob es jener Tropfen "Alten Blutes"
in manchen Menschen ist, der das Elektron dazu anregt an das Gehirn Teile des
Urwissens abzugeben. Oder ob dieser Tropfen "Alten Blutes" ein Gehirn
in die Lage versetzt, den Elektronen Teile ihrer Erinnerung zu entlocken, diese
zu erkennen und in sich aufzunehmen.
Wenn das so ist, dann kann jede Erfindung oder Erkenntnis aus der Erinnerung
eines Elektrons resultieren. Der sogenannte "Gedankenblitz" wäre dann
ein Aufflackern dieser Erinnerung in Kombination mit einer beigebrachten
Information. Ist das so, dann beginnt die Sache etwas unheimlich zu werden. Denn
das könnte heißen, daß der Fortschritt des denkenden Menschen im Grunde auf
die Erinnerung an bereits Geschehenes beruht.
Ist unser Wissen wirklich unser
"ureigenstes" Wissen? Erinnert sich das Elektron möglicherweise an
Wesenheiten oder Vorkulturen, deren Wissen - in der Erinnerung der Elektronen
verankert - vielleicht die Basis unserer Zivilisation ist?
Die Menschheitserinnerung geht - im Verhältnis zum Alter der Erde - nicht sehr
weit zurück. Doch zu allen Zeiten die wir durch Wissenschaft und Forschung
zumindest bis zu einem gewissen Grad kontrollieren können, gab es Menschen, die
sich an viel früher Geschehenes erinnern konnten. Diese Erinnerung kam zu ihnen als "feststehendes
Wissen um Geschehenes", als Vision oder auch als Geistesspaltung. Ebenso
gibt es das Wissen um etwas, was einmal geschehen wird. Diese Fähigkeiten
werden unter dem Sammelbegriff ASW = AUSSERSINNLICHE WAHRNEHMUNGEN zusammengefaßt
und damit leider auch abgewertet.
Es gab Zeiten in denen - ganz speziell im europäischen
Kulturkreis - Menschen, die über solche Gaben verfügten, gezielt verfolgt
wurden. Tausende von Hexen und Hexern wurden hingerichtet. Es ist nicht mehr möglich
festzustellen, wieviele von ihnen tatsächlich außersinnliche Wahrnehmungen
hatten oder über das "Alte Wissen" verfügten. Gehen wir von der
Erinnerungsfähigkeit des Elektrons aus, so ist das Wissen dieser Unglücklichen
nicht verloren. Und gerade jene, die die "echte Erinnerung" hatten,
sollten nicht unter dem Titel Hexe oder Hexer eingeordnet werden. Sie waren Träger
der Resterinnerungen aus einer prä-indogermanischen mutterrechtlichen Kultur.
Doch zur Zeit der Hexenverfolgung war es nicht unbedingt nötig über geheimes
Wissen zu verfügen um verurteilt und hingerichtet zu werden. Es reichte schon
von mißliebigen Nachbarn verdächtigt zu werden.
Die Bezeichnung Hexe beruht eindeutig auf christlichen Einfluss. Hier zeigt sich
die Frauen- und Sexualfeindlichkeit im bestimmten Bereichen der christlich-jüdischen
Kultur und die Projektion männlicher verdrängter Ängste und Wünsche. Dazu
kommt die antisemitische Komponente, die sich schon im Ausdruck "Hexensabbath"
zeigt.
Jene Träger des "Alten Blutes" sind und waren auch keine Magier im
Sinne dieses Wortes. Denn unter "Magie" - griech. Zauberei - versteht
man von Alters her die Kunst, außerordentliche und wunderbare Wirkungen
hervorzubringen, die mit bekannten Natur- oder Menschenkräften nicht zu
erreichen sind. Daher bedient sich der Magier "der Hilfe von
Geistern".
Wiederum sind wir hier mit einer Falschinterpretation konfrontiert. Das Wort
"Magier" bezieht sich in seiner Ursprungsform auf einen medischen
Volksstamm, der von 484 - 425 v.Ch. seine Hochblüte erlebte. Die Magier bzw.
Mager waren als "die Weisen" bekannt. Die Elite dieses Stammes
beherrschte die Traumdeutung, hatte außerordentliches astrologisches Wissen und
große Kenntnisse in allen verwandten Bereichen. Sie waren also eine Gruppe von
Menschen, deren "Alte Erinnerung" sehr wach war.
Vieles weist darauf hin, daß die Bezeichnungen
"Hexenriten" oder "magische Riten" die tatsächliche
Bedeutung der "Alten Riten" verniedlichen oder verallgemeinern. Wir wissen, daß sich in manchen Ländern bis heute
geheime Zeremonien, Gegenstände, Gesten und Erzählungen erhalten haben. Wenn
bestimmte oder besonders ausgebildete Personen damit arbeiten, dann ergeben sich
außerordentliche Reaktionen. Schließt man Scharlatanerie und Show aus und
betrachtet nur das tatsächlich Vorhandene, dann kann man erkennen, daß es
Menschen gab und gibt, die in der Lage sind z.B. mit einer einfachen Wortfolge
und bestimmter Betonung Dinge zu verändern oder Geschehnisse hervorzurufen.
Manche dieser Menschen müssen auch eine gewisse Gestik anwenden, andere
brauchen nichts anderes zu tun als diese Worte zu denken.
Besaß oder besitzt ein Mensch diese ganz besondere Gabe, dann kann er mit der
sogenannten "Wortmagie" umgehen und mit überlieferten und richtig
intonierten Texten ganz unwahrscheinliche Dinge bewirken. Es gibt heute in
Norditalien noch alte Leute, die mit Formeln aus dem voretruskischen und
etruskischen Kulturkreis erfolgreiche Beschwörungen
durchführen. Diese Kunst wird "la vecchia religione" =
"die alte Religion" bezeichnet. Sie wendet sich an die Göttin Diana
und ihre Tochter Aradia. Schon zur Zeit der Etrusker war das eine
"Gegenreligion". Und das bedeutet, daß sie wesentlich älter sein muß
als die etruskische Kultur.
Eine der schönsten und - wie es heißt - auch
stärksten Beschwörungen sei hier teilweise zitiert. Nicht ohne darauf
hinzuweisen, daß der Text nur ein Fragment der gesamten Wortfolge ist und die
richtige Betonung nicht schriftlich wiedergegeben werden kann.
"Ich beschwöre Dich, die Du in Wirklichkeit mein Körper bist,
denn ohne Dich kann ich nicht leben.
Du bist zuerst die Saat bevor Du zur Blume wirst
und dann unter die Erde gehst
wo alle die tiefen Geheimnisse verborgen sind.
Und dann, wenn der Boden zu tanzen beginnt
wie der Staub im Wind,
und er Dich trotzdem trägt in schnellem, geheimnisvollen
Wandel.
Und auch, als Du noch ein Teil der
Ähre warst,
selbst ein golden glänzendes Korn,
da eilten die Glühwürmer herbei
um ihr Licht auf Dich zu werfen
und Deinem Wachstum zu helfen.
Denn ohne ihre Hilfe könntest Du weder wachsen noch Deine Schönheit entfalten!"
Dieser Text - wie fast alle Wortfolgen von Beschwörungen - deutet auf eine frühe
Mutterkultur hin. Mit ein bißchen Einfühlungsvermögen ist es nicht sehr
schwer sich vorzustellen, daß zu diesen alten Formeln "rituelle
Bewegungen" oder "rituelle Tänze" ausgeführt wurden.
Immer wieder findet sich in den alten Mythen eine enge Verbindung zum Mond, oder
besser gesagt, zur Mondin. Mondmythologien gehen allen Religionen voraus und
sind die ältesten religiösen Schöpfungen der Menschheit. Die Pygmäen in Gabun in Westafrika singen heute noch folgende Beschwörung der
Mondin.
"Mond, oh Mutter Mond,
Mutter aller lebenden Dinge,
höre meine Stimme, oh Mutter Mond!
Halt die Geister der Toten von uns fern!
Höre unsere Stimme, oh Mutter Mond, oh Mutter Mond."
In früher sumerischer Zeit - also im 3. Jahrtausend v.Ch.
- kann bereits die Vergöttlichung des Mondes nachgewiesen werden. Und
die mondbezogenen Höhlenmalereien in Ariège sind rund 12.000 Jahre alt. Die
Mondsichel wurde zum rituellen Gegenstand und findet sich in fast allen Frühkulturen
als Kopfschmuck. Auch der Islam konnte sich diesen alten Riten nicht
entziehen. Um die Kaaba rankt sich der Mythos, daß der heute von den Pilgern
verehrte Stein ehemals den Göttinnen Manat, Allat und Al-Uzza geweiht war. Die
Wächter der Kaaba nennen sich noch heute "Beni shayba" = "die Söhne
der Alten Frau".
Aus dem alten Babylon ist uns eine Beschwörungsformel überliefert, die ihren
Ursprung um 3000 v.Ch. hat. Bibelkenner werden hier etliche fast gleichlautende
Textstellen wie in den Psalmen erkennen.
"Ischtar ist groß! Ischtar ist die Königin!
Meine Herrin sei gepriesen,
meine Herrin ist die Königin,
die mächtige Tochter von Sin.
Es gibt niemand, der ihr gleicht."
Mythenforscher werden die vielen Ähnlichkeiten
zwischen den Göttinnen Ischtar, Isis, Selene, Haida und der Himmelskönigin
Maria entdecken.
Daß es in vorchristlicher Zeit die Hexe
n i c h t gab - wohl aber den Mythos um die Große Göttin - beweist eine
aus dem alten Ägypten überlieferte Schrift. Die Worte der mächtigen Isis sind
folgendermaßen wiedergegeben:
"Als einzige Macht verehrt mich die ganze Welt
in zahlreichen Gestalten,
in
vielerlei Kulten und unter vielerlei Namen.
Aber die Ägypter und Äthiopier, die über altes
Wissen verfügen,
ehren mich mit meinem eigentlichen Kult
und nennen mich bei meinem eigentlichen und wahren
Namen:
"die Königin".
Welchen Zauber enthielten die alten Kulte? Welcher
Mythos umhüllt heute noch die alten, dunklen Madonnen, die als besonders
wundertätig gelten? Selbst die eifrigsten Verfechter des
"Hexenhammer" wagten sich nicht an sie heran!
Es mag wohl zur Zeit der Hexenverfolgung zu viel des "alten Wissens"
dem allgemeinen Volk zugänglich gewesen sein, daß die Angst des Klerus vor den
"Wissenden" deren fast totale Vernichtung auslöste. Doch das geschah
nicht das erste Mal. Schon nahezu ein Jahrtausend früher, nämlich 622 v. Ch.
setzte König Josua alles daran, die "schändliche Abgötterei" zu
vernichten. Denn Astarte, Ishtar, Anath, Anahita, Hera und Ashera - wie immer
die Große Göttin auch genannt wurde - schien eine zu ernsthafte Konkurrentin
Jahwes, des männlichen Gottes, zu
sein.
Das weiblich-gemäßigte Denkschema fiel dem Blutrausch des patriarchalischen
Denkens nicht zum ersten Mal zum Opfer. Doch mehr oder weniger heftig schwelte
das "alte Wissen" trotz aller Unterdrückung immer weiter. Artefakte,
die mit einem Alter von bis zu 35.000 Jahre eingestuft werden weisen darauf hin,
daß schon zu dieser Zeit „die Lebensspendende, die alles Leben
hervorbringt“, der einzige Anfang ist. Und das Wissen um den "gehörnten
Gott", der als Jäger und Gejagter – immer aber doch als Heros und
Partner der Göttin - ewig durch die Pforte des Todes tritt, ist einer der ältesten
Mythen unserer Erinnerung.
Einige wenig populäre semitische Überlieferungen berichten davon, daß der
Urwissen außerirdischer Herkunft sei. Henoch, der Prophet, der auch einer der
zehn Väter des israelitischen Volkes gewesen ist, soll unmittelbar mit
"seinem Gott in Beziehung gestanden sein." Er berichtete von achtzehn
außer-planetarischen weisen Führern, die einige auserwählte Menschen in die
Geheimnisse des Kosmos und der Elemente einwiesen. Henoch berichtet auch, daß
sich die "Himmelssöhne" mit Menschentöchtern vereinten.
Henoch war ein Patriarch. Das alleine erklärt schon, daß er nicht aussagt ob
sich unter den achtzehn planetarischen Wesen eines oder mehrere weibliche Wesen
befanden. Es könnte natürlich auch sein, daß er in dem "strahlenden
Glanz", der diese Wesen umgab, ganz einfach nicht feststellen konnte ob es
sich um weibliche oder männliche Wesen handelte. Bewertet man seine
Beschreibung nach dem heutigen Wissensstand, dann könnte er durchaus mit
Energiewesen konfrontiert gewesen sein und es wäre eine geschlechtsspezifische
Bestimmung sehr schwierig gewesen. Die Visionen Henoch´s sind zum Mythos geworden. Doch auch er selbst wurde mit
Mythen konfrontiert. Die Außerirdischen berichteten ihm von längst vergangenen
Geschehnissen und Geheimnissen. Sie boten ihm das Wissen an, das sie im Laufe
von unvorstellbaren Zeiten gesammelt hatten. Und in seinen Berichten darüber
schwingt immer wieder die Große Göttin mit. Allein, ehrfurchtsgebietend und in
sich ruhend ist sie mit ihren "unaussprechlichen Namen" existent vor
dem Anbeginn aller Dinge.
Mythologie und Kosmologie fließen ineinander über. Was sich daraus ergibt ist
jene Energie, die sich bis heute in den alten Riten erhalten hat. Und die
Erinnerung an diesen Anfang ist in der Urerinnerung des Elektrons enthalten. Die sogenannten "modernen Hexen" haben diese Erinnerung in sich
gefunden. Sie bemühen sich sie zu verstehen und zu praktizieren. Es scheint,
als hätten sich im britannischen Raum die Erinnerungsfragmente des europäischen
Kulturkreises am besten erhalten. Ob das daher kommt, daß von einem diesem Raum
naheliegenden Gebiet einmal alles ausging und die Urerinnerung immer wieder auf
die Existenz von Vorkulturen hinweist, wissen wir nicht.
Heute wird das Normalbewußtsein in den Hexenriten
anerkannt und seine Grenzen werden akzeptiert. Die "modernen Hexen"
schließen sich in Konventen zusammen. Sie bemühen sich den "alten
Gedanken" zu leben und das traditionelle Gedankengut in ihr reales Leben
einzubauen. Doch sie nennen sich weiterhin "Hexen" und nehmen damit
die Falschdeutung ihres Seins in Kauf.
Es kann daher nicht oft genug betont werden, daß
Magie an sich weder weiß noch schwarz ist. Es liegt am Ausübenden ob er
positive oder negative Ergebnisse erzielen will. Das angenehme Gruseln, das der
Gedanke an die "schwarze Magie" verursacht, sollte nicht den Anreiz
dazu geben, das Risiko uninformiert und unkontrolliert mit dem "alten
Wissen" zu spielen, einzugehen.
Der Grundgedanke des alten Hexentums ist positiv. Die Urerinnerung des Elektrons
ist angefüllt mit erfreulichen Werten und positiven Informationen. Es scheint
als wären jene, die der Ausgangspunkt der Urerinnerung sind, an sich selbst so
gereift und stabil, daß sie das Negative - z.B. die schwarze Magie - ganz
einfach nicht in Betracht zogen. Die Möglichkeit war ihnen sicherlich nicht
unbekannt. Doch sie sahen sich wahrscheinlich mit der Erkenntnis konfrontiert,
daß jede negative Interpretation der Großen Göttin, der Urmutter alles
Hexentums, Vernichtung auslöst. Daher wurden solche Negativgedanken durch die
positive Schwingung bezwungen. Selbst im heute praktizierten Voodoo zeigt sich der
positive Gedanke mutterrechtlicher Kulturen. Das Wissen um Kräuter, Beschwörungen
und alte Formeln gibt den Magiern dieses Kultes gewaltige Macht. Macht, die von
der patriarchalischen Gesellschaft jedoch grausam angewendet wird. Alte Riten
werden seit Jahrhunderten vergewaltigt und entgegen dem Auftrag der kosmischen
Gesetze verwendet.
Solange der Mensch das Urwissen des Elektrons nicht voll entschlüsseln kann und
auf zufällige Erkenntnisse angewiesen ist, wird er immer wieder falsch
interpretieren. Diese Falschinterpretation wird wiederum zur Erinnerung. Ein
Kreislauf der Ungeheuerlichkeiten entsteht. Es ist also extreme Vorsicht geboten
wenn "alte Riten" ausgeübt werden. Die positive Werte sind unbedingt
zu beachten. Eine negative Anwendung des "alten Wissens" kann - wie
sich z.B. bei Aleister Crowley oder den Armanen-Runen zeigt - Extremformen
annehmen.
Aleister Crowley, der 1947 verstorbene englische Magier und Sektengründer
nannte sich selbst "das große Biest". Für den uninformierten Laien
fast nicht erkenntlich, zieht sich durch seine Bücher das Ur-Böse. Wenn er
sich auch - bedingt durch die Erkenntnishöhen seines philosophischen Denkens -
als "jenseits von Gut und Böse" bezeichnete, hätten für ihn doch
die moralischen Werte der kosmischen Gesetze ebenfalls gültig sein müssen.
Sein Leitsatz, der für seine Anhänger zum Gesetz wurde, lautet: "Tu was Du willst! Das ist das ganze Gesetz! Liebe ist das Gesetz
- Liebe unter Willen!" Dieses Gesetz wurde schon vielfach
interpretiert. Und es ist an sich durchaus positiv. Wie Aleister Crowley selbst
es gelebt hat ist eine andere Sache. Dasselbe gilt auch für alle seine
magischen Rituale. Werden sie im negativen Sinn und mit negativen
Gedankenenergien durchgeführt, sind sie das perfektionierte Böse. Doch
dieselben Rituale unter positivem Vorzeichen und mit positiver Gedankenenergie,
lösen das Gute aus.
Ein zeremonieller Kreis, ein Energiekegel oder die angeforderte Mondkraft können
durch die "alten Riten" positiv oder negativ gesteuert werden.
Geheimnisse, die uns noch nicht offenbart sind, sollten wir nicht unüberlegt
herausfordern. Vielleicht müssen noch Jahrtausende vergehen, bis der
menschliche Geist stabil genug ist um sich bewußt zu erinnern.
Die vorhandene Erinnerung erlaubt uns das bereits Bekannte anzuwenden. Sie setzt
aber voraus, daß wir wissen was wir tun. Wissen heißt sich etwas zu
erarbeiten, etwas zu erlernen. Wissen heißt jedoch nicht, mit
unkontrollierbaren Gewalten zu spielen. Es sei also den "modernen Hexen" angeraten auf die Urinformation ihrer
Elektrone zu hören und abzuwarten, bis sie die Botschaft verstehen können.
Denn "halbes Wissen" birgt große Gefahren in sich. Das mußte schon
der "Zauberlehrling" erkennen, als er leichtsinnig das Wenige, das er
gelernt hatte anwandte, um es seinem Meister gleichzutun.
Die Schönheit des Gedankens der "allumfassenden Liebe", der sich in
allen mutterrechtlichen Kulturen wiederspiegelt, ist unvorstellbar alt. Ebenso
alt sind die "wahren Riten", die wir durch Mythen und Urerinnerung
erfahren. Der Wechsel der Zeiten weist darauf hin, daß sich im Denken und
Empfinden des Menschen eine Veränderung vollzieht. Die Vergangenheit kommt näher
und wir sollten sie mit den so oft mißbrauchten Worten begrüßen: Zurück in
die Zukunft!
|